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Das Land der Sioux

Wie die Lakota heute leben.

Nein, die Sioux leben heute nicht mehr in Tipis, ihren typischen Zelten, die jahrhundertelang die traditionelle und praktische Unterkunft für die nomadischen Indianer der großen Prärien, der „Great Plains“, waren. Heute wohnen sie meist in Häusern oder Trailerhomes verteilt auf Siedlungen und Dörfern in selbstverwalteten Reservaten.

Die meisten Sioux findet man in South Dakota, rund 100.000 sind es zur Zeit. Insgesamt gibt es hier neun Resevate, Pine Ridge zählt mit über 30.000 Lakota, wie sich die Sioux selbst nennen, zu den größten. Der Name steht auch für einen der Sprachdialekte der Sioux (die anderen sind Dakota und Nakota). South Dakota ist Heimatland für viele Sioux-Stämme, mit wichtigen historischen Stätten und heiligen Plätzen. Auch die berühmten Anführer und Häuptlinge Crazy Horse, SittingBull und Red Cloud lebten hier.

Ganz im Westen Dakotas, an der Grenze zu Wyoming, liegen die Black Hills, die heiligen Berge der Lakota, wo für sie das Herz der Erde schlägt und der Ursprung allen Lebens liegt. Die Black Hills sind das älteste Gebirge Nordamerikas, mit dem höchsten Punkt der Welt – östlich der Rocky Mountains und westlich der Pyrenäen. Allerdings misst der „Harney Peak“ für alpine Verhältnisse eher durchschnittliche 2200 Meter.

Bekannter und vor allem für amerikanische Touristen spannend: Mount Rushmore, das riesige Granit-Porträt der vier US-Präsidenten Washington, Lincoln, Jefferson und Roosevelt, das heute als Nationalheiligtum gilt. Noch beeindruckender aber auch umstritten ist Crazy Horse Mountain, das vermeintlich größte Monument der Welt. Es liegt nur unweit vom Mount Rushmore und zeigt den größten Krieger der Lakota auf einem Pferd. Seit mehr als 60 Jahren baut man jetzt an diesem Denkmal, das ein indianischer Häuptling angeregt hatte. Rund zweihundert Meter lang soll es werden und fast genauso hoch. Allein zehn Jahre hat man am Gesicht von Crazy Horse gearbeitet, in das alle vier Präsidentenköpfe vom Mount Rushmore passen würden. Der Zeitpunkt der endgültigen Fertigstellung ist ungewiss.

In den Black Hills ist auch eine der größten noch frei lebenden Büffelherden der USA zu Hause. Im Custer State Park zählt man 1000 bis 1500 Tiere. Weitere Büffel findet man in den Badlands, einer halbwüstenartigen, kargen Landschaft mit einzigartigen, schroffen Fels- und Lehmformationen und endlos weiter Prärie. Zeugnis eines riesigen Binnenmeeres, das früher einmal hier existierte.

Genau durch die Mitte von South Dakota schlängelt sich der Missouri, der längste Fluss Nordamerikas, der abschnittsweise zu riesigen Seen aufgestaut wurde, um Strom zu erzeugen. Hier liegt auch Pierre, die Hauptstadt des Staates.

Die Zustände in den Reservaten Dakotas sind teilweise erschütternd. Man fühlt sich an ein Land der Dritten Welt erinnert. Mehr Infos dazu findet Ihr in der Rubrik Verein.